Das Ziel ist die Öffentlichkeit unabhängig und aktuell über Energiemanagementsysteme zu informieren. EMS machen nahezu bei allen Gebäuden und technischen Anlagen Sinn und sind der nächste Schritt nach dem Einbau einer Energieproduktionsanlage.
Kategorie: News
-
Wieviel Stromspeicher braucht die Schweiz?
Für die EU geht man von einem Bedarf von 250 TWh Stromspeicher bis 2050 aus. In der Schweiz rechnet man durch den Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf Wärmepumpen sowie den Ersatz von Verbrennerfahrzeugen durch Elektroautos mit einem Anstieg des Strombedarfs von heute 56 Terawattstunden (TWh) auf rund 75 TWh pro Jahr bis 2050. Dabei will die Schweiz bis 2050 ungefähr 45 TWh pro Jahr mit erneuerbaren Energien abdecken.
Eine ETH-Studie zeigt auf, dass die Schweiz dank optimal gesteuerter Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge im Winter 4,4 % weniger Nettoimporte benötigen würde. Dies ist jedoch nur mit Energiemanagementsystemen zu erreichen. Die Studie zeigt zudem, dass auch weniger Stromspeicher gebaut werden müssten.
Die Herausforderung bleibt dennoch bestehen, Energie über mehrere Tage zu speichern, denn der Energiebedarf kann nie auf 0 gesenkt werden. Die EU-27 hat derzeit eine Bevölkerung von rund 450 Millionen Menschen, die bis 2050 auf etwa 445 Millionen schrumpfen wird. Die Schweiz hat rund 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Setzt man Bevölkerung und Energiebedarf der Schweiz und der EU ins Verhältnis, ergibt sich für die Schweiz ein zusätzlicher Bedarf von 5,6 TWh.
Die Schweiz verfügt derzeit über eine Speicherkapazität von 8 TWh. Mit dieser Abschätzung müsste die Schweiz ihre Speicherkapazität um rund 70 % ausbauen.
-
Lohnt sich ein Energiemanagementsystem?
Lohnt sich für mich ein Energiemanagementsystem?
Ja, aus folgenden Gründen: Ein Home-Energiemanagementsystem (kurz HEMS) ermöglicht Ihnen die automatische Steuerung Ihres Energieverbrauchs. In Kombination mit einem Energiespeicher stehen Ihnen die vollen Möglichkeiten zur Verfügung. Die Ziele sind die Eigenverbrauchsoptimierung, die Reduktion von Lastspitzen der bezogenen Energie, die Maximierung der Ladeleistung für ein Elektrofahrzeug, der Phasenausgleich, die Erhöhung der Autarkie, die Lastreduktion in Notsituationen, die Vermeidung von Hausanschlussverstärkungen, die Erkennung von Ineffizienzen sowie die Anpassung an dynamische Tarife und Vergütungen. Nur dank HEMS wird die Energiewende möglich sein.
Besitzerinnen und Besitzer einer Solaranlage sollten zuerst den Eigenverbrauch optimieren. Dazu eignen sich folgende technische Systeme:
– Wärmepumpe
– Batteriespeicher
– Elektroladestation
– Separate Geräte (Waschmaschine, etc.)
– EMSDanach gibt es weitere mögliche Massnahmen, wie Sie Ihre Anlage nutzen können:
1. SDL-Pooler: Ermöglicht durch den Zusammenschluss das Anbieten von Regelleistung.
2. Eigenverbrauch mit mehreren Verbrauchsstätten: ZEV, vZEV, LEG -

Die Takeaways vom Solar-Update und Batterigekongress 2025
Envico war am Solar-Update sowie am ersten Batteriekongress 2025. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse?
Welche Ziele verfolgt das Bundesamt für Energie für die Photovoltaik?
Das Bundesamt für Energie hat sich folgende Ziele für die Produktion von Energie aus erneuerbaren Anlagen gesetzt:
Heute sind es ca. 10.5 TWh
Ziel 2035: 35 TWh
Ziel 2050: 45 TWh
Um dies zu erreichen, hat der Bundesrat für die nächsten fünf Jahre folgende Ausbauziele definiert:- Für die Photovoltaik eine nahezu Verdoppelung der PV-Leistung auf 23 TWh.
- Für die Windenergie eine Verzehnfachung auf eine Leistung von 2,3 TWh.
Was kann ich gegen die Abregelung (Peak-Shaving) meiner PV-Anlage machen?
Die neuen Regeln zur garantierten Flexibilität sehen vor, dass der Netzbetreiber die Erlaubnis hat, die PV-Anlage abzuregeln. Dazu braucht er die PV-Anlagenbesitzer weder zu informieren, wann er dies macht, noch kann sich dieser dagegen wehren. Die verlorengegangene Energie muss auch nicht entschädigt werden. Die Umsetzung erfolgt in form einer Limitierung der DC-Leistung am Einspeisepunkt (Eigenverbrauch noch möglich) oder durch direkte Steuerung des Netzbetreibers.
Er darf aber max. 3% der jährlichen Produktionsmenge (Menge nicht Leistung) abregelt werden. Um dies zu kontrollieren empfiehlt sich ein Energiemanagementsystem. Der Wunsch des BFE ist jedoch, dass weitergehende Flexibilitätsverträge abgeschlossen werden. Das heisst für Sie gibt es die Möglichkeit, mit Ihrem Netzbetreiber einen eigenen Vertrag abzuschliessen mit der Chance bessere Konditionen auszuhandeln. Schlägt Ihr Netzbetreiber eine fixe Limitierung der Einspeisung vor, bedeutet dies nicht grundsätzlich etwas schlechtes für Sie. Die garantierte Nutzung beschränkt sich nicht auf PV-Anlagen.
Wann kommen die stündlich variablen PV-Vergütungspreise?
Diese befinden sich aktuell (Dezember 2025) in der Vernehmlassung und könnten ca. 2028 gesetzlich vorgeschrieben werden. Es steht jedoch Netzbetreibern frei dies bereits früher umzusetzen.
Welche Brandschutzanforderungen gibt es für Batteriespeicher?
- Kleine Speichersysteme < 15 kWh: Risikoeinstufung HL I und sollten in einem geeigneten Raum (Keller und trockene Räume) mit genügend Abstand (2.5 m) eingebaut werden.
- Mittlere Speichersysteme < 100 kWh: Gehören zur Risikoeinstufung HL II und brauchen einen separaten Brandabschnitt EI60.
- Grosse Speichersysteme > 100 kWh: Gehören zur Risikoeinstung HL III und benötigen einen separaten Bau RF1 oder eine Aussenaufstellung.
Gibt es zurzeit Förderungen für Batteriespeicher?
Nein, es sind aber zurzeit Überlegungen dazu im Gange. Es wird zurzeit abgeklärt welche Energiemenge in der Schweiz gespeichert werden müsste.
Gibt es Alternativen zu Lithium-Speichertechnologien?
Nicht wirklich. Zurzeit befinden sich verschiedene auf Lithium-basierte Technologien in der Weiterentwicklung, welche darauf abzielen die Energiedichte zu erhöhen, noch sicherer zu werden, weniger kritische Materialien zu verwenden und noch günstiger zu werden. Für Grossspeicher gibt es die Redox-Flow-Batterien.
Zu den nächsten Speichertechnologien gehören Natrium-Ionen-Batterien, Zink-Ionen-Batterien und Aluminium-Ionen-Batterien. Diese sind jedoch noch nicht marktreif.
Es lohnt sich jedoch nich abzuwarten, denn die heutigen Speicher sind bereits jetzt sehr sicher, günstig, recyclebar und für die Energiestrategie und Umwelt nützlich. Wichtig wird in Zukunft sein, sich weniger vom Ausland abhängig zu machen und die Lieferkette zu sichern. Hillfreich wäre auch in Zukunft auf verschiedenen Technologien zu setzen, um sich nicht in eine Abhängigkeit zu bewegen.
Wie sieht Swisssolar die Entwicklung der Batteriespeicher in der Schweiz?
Menge: Swisssolar rechnet mit einer Zunahme der Batteriespeicher von +21 % in Bezug auf die Zahlen von 2025 und über 400 MWh Speicherkapazität.
Marken: Es wird dabei mit grösseren Speichern gerechnet. Die grössten Marken werden BYD (China), Huawei (China) und Fronius (Österreich) sein.
Preis: Der Preis wird sich weiter reduzieren auf 667 CHF/kWh inkl. Installation.
Wie sieht Swisssolar die Entwicklung der Energiemanagementsysteme in der Schweiz?
Die im Jahr 2026 grössten drei Anbieter werden SolarManager, Fronius und Huawei sein. Meist werden dabei zwei verschiedene Energiemanagementsysteme in Kombination eingesetzt.
Fazit
- Die Energiegewinnung aus Photovoltaik und Wind soll stark ausgebaut werden.
- Peak-Shaving kann nicht verhindert werden. Der Ertragsverlust ist zu vernachlässigen. Nutzen Sie die Möglichkeit separate Verträge abzuschliessen.
- Batterien sind sicher. Lithium-Batterien werden in naher Zukunft weiterhin den Markt dominieren.

